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Die Suche nach Perfektion beschreibt für mich nicht das Erreichen eines endgültigen Ziels…

Portrait Jürgen Fuhr

… sondern die fortwährende Entwicklung eines Könnens, das leben darf, wachsen darf und niemals stehen bleiben soll.

Ideen, mögen sie noch so ungewöhnlich erscheinen, haben für mich ein Recht, gedacht, gefühlt und in Form gebracht zu werden. Ich stelle mich dieser Herausforderung mit Hingabe, Mut und Neugier. Rückschläge gehören dazu. Sie sind keine Grenzen – sie sind Impulse für neue Wege, für ein anderes Sehen, für Wachstum. Mein Ziel ist es, handwerkliche Präzision, ausgewogene Proportionen und kreativen Ausdruck zu vereinen – Kunst neu zu interpretieren, mutig, modern und bis an die Grenzen des Möglichen.

Die Seele meiner Werke

Holz bildet dabei die Seele vieler meiner Werke. Es ist lebendig, ehrlich, charakterstark – jedes Stück erzählt eine Geschichte. In Kombination mit Metall, Ton, Kunststoffen, Textilien und weiteren Materialien entsteht etwas Neues, Unerwartetes. Für mich gibt es hier keine Grenzen. Jedes Holz, ob von fern oder aus heimischen Landschaften, verdient Achtung, Respekt und Zuwendung. Meine Arbeit ist eine Verneigung vor diesem Material – ein zweites Leben, das ich ihm schenken darf. Am Ende eines jeden Prozesses entsteht nicht nur ein Kunstwerk, sondern eine Verbindung. Jedes Werk trägt einen Teil meiner Gedanken, meiner Emotionen, meiner inneren Welt – und bleibt für immer ein Teil von mir.

Geprägt wurde mein Verständnis für Design und Ästhetik durch meine lange Tätigkeit in der Forschung und Entwicklung der Automobilindustrie. Seit 1999 durfte ich Design, Funktion, Haptik und Materialanmutung auf höchstem Niveau erleben und mitgestalten. Die Zusammenarbeit mit Designern und Entwicklern formte mein Auge für Proportion, Harmonie und die Verschmelzung von Idee und Funktion. Aus Leidenschaft wurde Berufung. Aus einem Hobby wurde ein Teil meines Wesens. Aus einem Wunsch wurde Realität.

Kunst berührt Menschen

Der entscheidende Impuls kam 2011, als meine Frau mir einen Drechselkurs schenkte. Dort legte sich – fast unscheinbar – der Grundstein für eine größere Reise. Bestärkt durch einen Drechslermeister, der mein Potential erkannte, begann mein Weg in die freie Kunst unbewusst jedoch ernsthaft Gestalt anzunehmen. Viele Jahre arbeitete ich ausschließlich für mich, ohne den Wunsch zu verkaufen und in der Öffentlichkeit zu präsentieren – aus tiefer Verbundenheit zu jedem Werk. 2021 jedoch wagte ich den Schritt in eine Ausstellung – und erlebte erstmals, wie meine Kunst Menschen berührt, bewegt und ihren Weg in neue Hände fand. Ein zutiefst emotionaler Moment.

Heute, mit 55 Jahren, verbinde ich Erfahrung, technisches Können, Tradition und Innovation. Meine Kunst darf schön sein – aber auch herausfordern, innehalten lassen, zum Nachdenken anregen. Sie darf Mut machen, andere Wege zu gehen. Sie soll zeigen, was sichtbar wird, wenn man sich traut, die innere Wahrheit ans Licht zu bringen.

Der Entschluss zur Selbstständigkeit reifte aus dem Bedürfnis nach seelischer Ruhe, Sinnhaftigkeit und Erfüllung. Ich wollte wieder sehen, was schön ist. Leben fühlen. Kraft schöpfen. Kreativität nicht unter Druck, nicht im Wettbewerb, sondern aus Freiheit heraus entfalten. Mit Liebe. Mit Hingabe. Mit authentischer Leidenschaft.

Diesen Schritt konnte ich gehen, weil Menschen an mich glauben. Meine Familie, meine Freunde und Wegbegleiter gaben mir Vertrauen, Halt und Mut – und dafür empfinde ich tiefe Dankbarkeit. Ohne sie wäre diese Reise nicht möglich gewesen.

Heute beginnt ein neues Kapitel. Ein Lebensabschnitt, der Kunst nicht als Nebenrolle, sondern als Herzstück meines Daseins festigt. Ein Traum, ein Wunsch – eine Erfüllung.

Und ich freue mich, diesen Weg weiterzugehen.

– Jürgen Fuhr

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»Quallenverwahrung« von Jürgen Fuhr
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